In Hamburg soll im Jahr 2023 die Grunderwerbsteuer auf 5,5 Prozent steigen

Wie der NDR berichtet, steigt ab 2023 die Grunderwerbsteuer in Hamburg auf 5,5 Prozent. Im Januar 2023 steigen damit die Kaufnebenkosten auch weiterhin an. Der ursprüngliche Satz der Grunderwerbsteuer oder aktuell gültige für Hamburg beläuft sich auf 4,5 Prozent. Der Senat reagiert damit auf die Corona-bedingt angespannte Haushaltslage sagt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) laut NDR 90,3.

Zugleich plant der Senat aber auch deutliche Ermäßigungen, zum Beispiel für junge Familien, wenn diese eine selbstgenutzte Eigentumswohnung in Hamburg erwerben wollen. Der Senat kategorisiert junge Familien in maximal 45 Jahre alt und mndestens ein Kind ein. Hier ist eine Ermäßigung auf 3,5 Prozent eingeplant.Voraussetzung ist aber dafür eine durch die Regierung in Berlin vorgesehene flexible Gestaltung der Grunderwerbsteuer durch die Länder. Dieses Vorgehen gilt auch für die Grunderwerbsteuer bei Sozialwohnungen und Erbbaurechtsgrundstücken, wo es ebenfalls eine Senkung der Grunderwerbsteuer geben soll. Diesen Plänen muss nach den Wegbereitungen aus Berlin der Hamburger Senat dann noch zustimmen.

Durch den neuen Steuersatz erhofft sich der Senat ab 2023 Mehreinnahmen in Höhe von über 120 Millionen Euro. Mit dieser Anpassung würde sich Hamburg zukünftig im Mittelfeld der Bundesländer bewegen. Die zur Zeit niedrigsten Steuersätze im Grunderwerb erheben Bayern und Sachsen, die höchsten Sätze mit 6,5 Prozent finden sich in Brandenburg, NRW, Thüringen, Schleswig-Holstein und im Saarland.

Die Grunderwerbsteuer ist Bestandteil der sogenannten Kaufnebenkosten und nur einmalig fällig beim Kauf einer Immobilie. Daraus zu schliessen ist, dass sich die Erhöhung nicht auf die Mieten auswirkt. Die Opposition übt natürlich Kritik an den Plänen und hält die Förderung sogenannter junger Familien für Augenwischerei, da die SPD laut Opposition über Jahre Initiativen zur Eigentumsbildung blockiert hat. Ausserdem erhöhe diese Vorgehensweise den Kostendruck auf die Bau- und Immobilienbranche, die nicht zuletzt durch die Pandemie unter schweren Bedingungen agiert.

Stimmen aus der Wirtschaft sehen sogar Hamburgs Neubauplanungen in Gefahr, weil nicht zuletzt auch die Baukosten explodiert sind. Schlussendlich wird mit der Erhöhung der Grunderwerbsteuer ein weiterer Schritt getan, potenzielle Eigentumserwerber mit weniger starkem Geldbeutel auszuschliessen und den Kreis der zukünftigen Eigentümer zu verkleinern.

Quelle: NDR 90,3 Nachrichten

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