Die Mietkaution oder Mietsicherheit

Eine Mietsicherheit (Kaution) dient der Sicherung von Ansprüchen des Vermieters aus dem Mietverhältnis.

Ohne die Berechnung von Betriebskosten ist die Höhe einer Kaution beschränkt auf maximal 3 Kaltmieten. Bei einer bar zu zahlenden Kaution kann der Mieter in bis zu 3 Raten die Kaution beim Vermieter hinterlegen. Die erste Rate der Kaution für den Vermieter ist im ersten Mietmonat im Voraus fällig.

Seit Mai 2013 kann der Vermieter das Mietverhältnis fristlos kündigen, wenn der Mieter mit der Zahlung von zwei der insgesamt drei Kautionsraten in Verzug ist.

Der Vermieter muss das Geld bei einem Kreditinstitut „zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz“ anlegen.

Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Vermögen hinterlegen, um es unberechtigtem Zugriff durch möglicherweise Gläubiger des Vermieters zu schützen. Die Zinsen für die Mietkaution sind durch den Vermieter jährlich auszuschütten, wirken aber Kautionserhöhend, da sie nicht ausgezahlt werden. Ein Rückbehaltungsrecht hat der Vermieter nur in der Höhe, in der er noch Forderungen an den Mieter hat. Über diese muss er baldmöglichst abrechnen. Es stimmt nicht, dass der Vermieter Anspruch darauf hat, sich mit der Kautionsabrechnung und -rückzahlung grundsätzlich 3 oder sogar 6 Monate Zeit zu lassen!

Es gibt Gerichtsurteile, die eine Rückbehaltunszeit durch Vermieter von der Kaution bei maximal 3 Monaten oder längstens auch 6 Monaten sehen. Und auch die vollständige Kaution ist nicht davon betroffen, sondern nur der Part an möglicherweise noch ausstehenden Betriebskosten bei Beendigung des Mietverhältnisses. Zum Beispiel darf auch gar nichts zurückbehalten werden, wenn die letzte Betriebskostenabrechnung ein Guthaben ergab.

Der Vermieter muss Auskunft über Art der Anlage der Kaution und deren Verbleib geben. Die Vertragsparteien können statt einer Barkaution vereinbaren, dass der Mieter einen Bürgen stellt oder eine Bankbürgschaft beibringt. Auch in diesem Fall darf die Höhe nicht das Dreifache einer Netto-Monatsmiete übersteigen, erst recht nicht, wenn die Bürgschaft zusätzlich zu einer Bar-Kaution gestellt wird. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz macht die Rechtsprechung allerdings, wenn eine zusätzlichen Bürgschaft nicht vom Vermieter gefordert, sondern vom Mieter bzw. vom Bürgen angeboten wird.

Genauere Informationen zu verschiedenen Rechtslagen in Sachen Mietkaution finden Vermieter und Mieter beispielsweise auf den Seiten von Mietervereinen.

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