Brandschutz

Infos für Mieter zu Rauchwarnmeldern

Sind Sie Mieter einer Wohnung oder von einem Haus, so ist der Eigentümer, also Ihr Vermieter laut den Bauordnungen für die Installation von Rauchwarnmeldern bei Ihnen verantwortlich. Verpflichtend für die Ausstattung von Rauchwarnmeldern sind dazu mindestens alle Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, die als Fluchtweg ins Treppenhaus oder nach draußen dienen, mit einem Rauchwarnmelder auszustatten.

Diese Ausstattungspflicht gilt auch für Gästezimmer oder falls Sie das Wohn- oder Arbeitszimmer für regelmäßige Übernachtungen ausgestattet haben auch das. Sollte sich eine Raumnutzung nach der Installation der Rauchmelder bei Ihnen verändern, wird z.B. das Arbeitszimmer von Ihnen jetzt als Kinder- oder Gästezimmer genutzt, ist es ratsam Ihren Vermieter darüber zu informieren. So kann der Vermieter hier einen Rauchwarnmelder nachrüsten und Ihre Familie und Gäste sind nachts weiterhin im Brandfall geschützt.

In Berlin und Brandenburg sind laut Gesetz seit spätestens 01.01.2021 neben Fluren, Schlaf- und Kinderzimmern ALLE Aufenthaltsräume auszustatten, also auch Wohn- und Arbeitszimmer.

Bitte beachten Sie auch die Sonderregelung in Sachsen, dort gilt die Rauchmelderpflicht für Eigentümer bislang nur für Neu- und Umbauten, eine Regelung zur Ausstattung bestehender Wohnhäuser ist ab 2024 geplant.

Hier sind Sie als Mieter für die Wartung der Rauchmelder zuständig:

Die Rauchmelder Wartung ist in den Landesbauordnungen der Bundesländer unterschiedlich geregelt. In Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein sind Sie als Mieter für die Instandhaltung und Pflege der Rauchmelder zuständig. Dabei muss der Vermieter trotzdem sicherstellen, dass Sie auch in der Lage sind, die jährliche Überprüfung wahrzunehmen, wozu Sie z.B. eine Leiter oder einen Tritt benutzen müssen, um an die Decke zu kommen. Mieter im höheren Alter oder mit körperlichen Einschränkungen müssen vom Vermieter daher bei dieser Aufgabe unterstützt werden. Schlussendlich zeichnet sich jedoch für die Einhaltung dieser Handhabung der Vermieter zuständig. In Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Eigentümer oder Vermieter für die Instandhaltung und Pflege der Rauchmelder zuständig und muss das belegen können. Sollte Ihr Vermieter die Wartung der Rauchmelder auf Sie übertragen wollen, so muss er mit Ihnen dazu einen einvernehmlichen Vertrag schließen. Nur so kann er sich wirksam von seiner Wartungspflicht entbinden. Ob das im Schadensfall letztlich haltbar ist, sich per Vertrag dieser Verpflichtung zu entbinden halten wir für nicht unbedingt rechtssicher.

Bild: Lupus Electronics Modell Lupusec (auch bei uns verfügbarer Rauchwarnmelder)

Ihr Vermieter darf die Kosten für die Anschaffung und Installation (Investitionskosten) auf Sie als Mieter umlegen – aber nur indem er die Kaltmiete anteilig erhöht. Diese Erhöhung der Kaltmiete darf jedoch laut BGB-Mietrecht jährlich maximal 8% der Investitionskosten betragen.

Die Kosten für die Wartung der Rauchmelder kann Ihr Vermieter ebenfalls an Sie weiterreichen – sofern er die Wartung selbst übernimmt oder einem Dienstleistungsunternehmen überträgt. Diese Wartungskosten dürfen allerdings nur auf Ihre jährlich abgerechneten Nebenkosten bzw. Betriebskosten umgelegt werden.

Es ist dem Vermieter jedoch nicht erlaubt, die Kosten für die Anschaffung und Installation mit den Kosten der Rauchmelder Wartung zusammenzufassen: Eine Vermischung, mit der die Anschaffungs- und Installationskosten für die Rauchmelder über die jährlichen Betriebskosten abgerechnet werden, ist nicht gestattet.

Rauchwarnmelder

Die brennende Zigarette im Aschenbecher auf dem Sofa, das vergessene Kerzenlicht oder der neue Ethanol Tischofen: Ca. 300 – 400 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen eines Brandes und 95 Prozent der Brandopfer ersticken an den giftigen Rauchgasen, oft sogar ganz unbemerkt im Schlaf. Ein Rauchwarnmelder kann das ganz einfach verhindern.

Das sind genügend Gründe für eine gesetzliche Verpflichtung zum Betrieb von Rauchwarnmeldern!

In den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer ist die Ausstattungspflicht für Rauchmelder unterschiedlich geregelt – auch für Neu- und Altbauten gelten jeweils unterschiedliche Regeln. Das Wesentliche lässt sich aber schnell zusammenfassen: In allen Bundesländern ist der Einbau eines Rauchmelders in Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren Pflicht. Für Bestandsimmobilien macht die sächsische Landesordnung bisher keine verpflichtenden Vorgaben. In Berlin und Brandenburg werden Bürger zusätzlich zu den genannten Zimmern dazu aufgefordert, Rauchwarnmelder in allen Aufenthaltsräumen anzubringen.

Generell ist ein Rauchmelder in allen häufig genutzten Räumen sinnvoll. Allerdings sollten Küchen, Keller und Dachböden ausgespart werden. Denn Dampf, Abgase, Hitze und Staub führen schnell zu Fehlalarmen. Und die wiederum führen häufig zu unnötigen Feuerwehreinsätzen und Beunruhigung in der Nachbarschaft. Laut Statistik des Deutschen Feuerwehr Verbandes musste die Feuerwehr 2015 rund 300.000-mal aufgrund eines falschen Alarms ausrücken. Fast doppelt so oft, wie noch im Jahr 2010.

Ein Tipp für all jene, die in der Küche nicht auf den Rauchwarnschutz verzichten möchten: Spezielle Hybrid-Rauchmelder beobachten sowohl Rauch-, als auch Hitzeentwicklung und können die Brandgefahr damit genauer bestimmen.

Rauchwarnmelder

Fristen und Termine für Rauchmelder 

Die Rauchmelderpflicht ist in allen Bundesländern bei Neu-und Umbauten Pflicht. In 15 von 16 Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht auch für Bestandsbauten. In Berlin und Brandenburg endet hier die Übergangsfrist für Bestandsbauten am 31.12.2020. Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt sind alle Bestandsbauten in Berlin und Brandenburg mit Rauchmeldern auszustatten. Die Rauchmelderpflicht in Sachsen sieht vor, dass eine Rauchmelderinstallation nur in Neu- und Umbauten erfolgen muss, nicht für den Bestand.

Fristen und Pflichten hin oder her, Sie sollten auf keinen Fall zögern, diese kleinen Lebensretter bei sich zu installieren. Mit Sicherheit eine Investition unter 100 Euro und das sollte Ihnen das Leben wert sein.

Wieviele Rauchwarnmelder werden im Haus benötigt?

Die Anzahl der benötigten Rauchmelder hängt von der Anzahl und Größe Ihrer Wohn- und Schlafräume an. Für den Mindestschutz sollte ein Rauchmelder in jedem Schlafraum sowie im Flur installiert werden. Für einen Vollschutz können Sie noch weitere Räume bestücken. Große Räume über 60 Quadratmeter benötigen zwei Rauchmelder.

Der beste Rauchwarnmelder?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist schwierig, da sie von den Anforderungen der Interessenten an den Rauchmelder abhängt. Während Verbraucher A auf der Suche nach einem optischen Rauchmelder ist, will der Nachbar einen Ionisationsrauchmelder für sein Unternehmen erwerben. Deswegen ist es wichtig, dass sich Verbraucher vor dem Kauf eines Rauchmelders im Klaren sind, wie ihre Anforderungen an das Modell aussehen. Schlussendlich hilft eine Orientierung an Stiftung Warentest, wenn man sich nicht selbst entscheiden möchte.

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